Kyushu – Der letzte Samurai

Eine Entdeckungstour durch die wildromantische Natur Japans drittgrößter Insel Kyushu führt zu reizvollen historischen Stätten, traditionellen Mythen und paradiesischem Onsen-Genuss.


Das Herz der Insel bietet hierfür die besten Voraussetzungen. Dort erstreckt sich mit einem Umfang von 128 Kilometern der größte Vulkan­krater der Welt. Umrahmt von bis zu 1800 Meter hohen Bergen, lockt das atembe­raubende Panorama des Aso mit vielerlei Aktivitäten wie Wanderungen, Fahrradtouren oder reichhaltigem Onsen-Genuss: Allein um den romantischen Ort Kuro­kawa Onsen dampfen 25 Thermalbäder, die – mitten im Wald oder am plätschernden Bach liegend – paradiesische Stunden versprechen. Neon­reklame und Einkaufspassagen sucht man hier vergeblich. Stilvolle Ryokan prägen hingegen das Bild.


Sogar um die 3000 heiße Quellen sprudeln in der Küs­tenregion von Beppu, dem landesweit größten Thermal-Badeort. Das hier aus 200 bis 300 Metern Tiefe empor schießende Wasser soll manches Leiden lindern. Nur aus sicherer Entfernung bestaunt werden sollte indes die Natur, die sich entlang der Straße nach Unzen eröffnet. Hier lässt der unterirdische Vulkanismus die Erde so sehr dampfen, brodeln und zischen, als rücke das Ende der Welt näher.

Zu den heute wichtigsten Besucherzielen zählt Naga­saki­. Obwohl man ihren Namen vor allem mit dem Atombomben-Abwurf verbindet, verzaubert die Stadt an der Westküste Kyushus mit einer einzigartigen Atmosphäre. Gern als „japanisches San Francisco“ bezeichnet, fungierte der alte Hafenort mit seinen chinesischen Tempeln und westlichen Gärten einst als Tor nach Japan. Im Glover Garden finden sich noch etliche der stilvollen, noblen Kolonialvillen, wie sie Puccini bei der Erschaffung seiner „Madame Butterfly“ inspirierten.

Noch tiefer in die Vergangenheit vordringen lässt es sich auf der Halbinsel Satsuma. Das Samurai-Viertel der ehemaligen Burgstadt Chiran zählt mit einer Vielzahl an historischen Häusern und Gärten zu den besterhaltenen Japans. Im nahe gelegenen Kagoshima ruht „der letzte Samurai“. Der durch den spektakulären gleichnamigen Hollywood-Streifen auch im Westen zur Legende gewordene Saigo Takamori hatte im 19. Jahrhundert den Satsuma-Aufstand gegen die Regierung geführt. Die Ursprünge der von ihm und seinen Kriegern belagerten Burg in Kumamoto, die mit ihren stark geneigten Außen­mauern zu den größten Festungsanlagen Japans zählt, reichen bis ins Jahr 1600 zurück.